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Donnerstag, 19. November 2020

Gedenken am Volkstrauertag unter Pandemiebedingungen

Das Bild zeigt die Blumengestecke anlässlich des Volkstrauertags 2020 am Ehrenmal im Ortsteil Schielberg.

Beim Volkstrauertag am vergangenen Sonntag wurde in der Gemeinde Marxzell der Weltkriege des 20. Jahrhunderts und den Opfern der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft, in diesem Jahr unter Pandemiebedingungen, gedacht.

Die Ansprache  im Ortsteil Schielberg hielt Frau Bürgermeisterin Sabrina Eisele im Anschluss an den Gottesdienst. Die Kranzniederlegung fand traditionsgemäß am Ehrenmal statt. Aufgrund der Pandemiebedingungen im "kleinen Kreise" zwischen Frau Bürgermeisterin Eisele, Herrn Ortsvorsteher Becht und der Freiwilligen Feuerwehr Marxzell, Abteilung Schielberg.

Auch in den Ortsteilen Pfaffenrot und Burbach fanden Gedenkfeiern anlässlich des Volkstrauertages statt.

Im Ortsteil Pfaffenrot hielt Herr Ortsvorsteher Alfons Benz im Anschluss an den Gottesdienst die Ansprache zur Ehrung. Die Kranzniederlegung fand nach dem Gottesdienst am Ehrenmal zwischen ihm und Herrn Weinmann, vom Sozialverband VdK Ortsverband Marxzell statt.

Im Ortsteil Burbach hielt die Ansprache Frau Ortsvorsteherin Beier. Die Kranzniederlegung wurde von der stellv. Ortsvorsteherin, Frau Sabine von Schmidsfeld, durchgeführt. 

Die Rede zum Gedenken von Frau Bürgermeisterin Eisele ist nachfolgend abgedruckt:

 

Verehrte Anwesende,
liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,


auch der Volkstrauertag in diesem Jahr steht - wie alles andere auch - unter dem Zeichen der Corona-Pandemie, und wir gedenken heute deshalb nicht wie gewohnt am Ehrenmal, sondern im Rahmen des heutigen Gottesdienstes.
An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Sie, Herr Pfarrer Cerff, für diese Möglichkeit.
2020 ist ein besonderes Jahr. Dahingehend, dass die Menschheit auf die Probe gestellt wird. Ein kleines Virus sorgt dafür, dass alles ins Wanken gerät und neu überdacht werden muss.


Aber noch etwas anderes ist in diesem Jahr besonders:
Das Ende des Zweiten Weltkriegs ist 75 Jahre her.
Seit dem 8. Mai 1945 schweigen in Europa die Waffen.
Für uns Heutige hat der Krieg einen festen Rahmen aus Jahreszahlen, er dauerte von 1939 bis 1945.


Rückblickend ergibt das die beruhigende Gewissheit:
Zwischen diesen beiden Daten, in diesem zeithistorischen Kasten steckt der Krieg.
Danach kam der Frieden, in dem wir, zumindest in den westlichen Demokratien, relativ gut leben.
Doch damals, im Inneren des Kastens, kannte niemand dessen Dimension. Der Weltkrieg tobte global, sein letzter Tag lag im Irgendwann einer verhüllten Zukunft.


Am 9. September 1942 notierte Thomas Mann im kalifornischen Exil in sein Tagebuch zu einem Gedankenaustausch mit seiner Tochter:"Gespräch mit Erika über den Zustand Europas nach dem Kriege und die unvorstellbare Rolle Deutschlands." 
Um die Zeit schrieb der deutsche Nobelpreisträger für Literatur an seinem Josephsroman, und er verfolgte, wie so viele, täglich verzweifelt die Nachrichten. Kaum ein Blatt im Tagebuch, ohne dass Stalingrad erwähnt wird, die Judenverfolgung, der Bombenkrieg, die Hoffnung beim Hören der Reden von Churchill oder Roosevelt. Millionen Menschen in der gesamten zivilisierten Welt hofften auf ein Kriegsende. Die Erlösung kam.

An einem Waldsaum in Hessen, daran erinnert sich die 1930 geborene Frankfurterin Edeltraut, pflückte sie im Frühsommer 1945 Blumen, ganz ohne die übliche Angst vor Tieffliegern, die jederzeit auftauchen und feuern könnten. Beim Blick in den blauen Himmel war der Fünfzehnjährigen urplötzlich klar: Ja, der Krieg ist aus! Mit einem Strauß Margeriten und Schlüsselblumen kam sie nach Hause, und bis heute erinnern Wiesenblumen sie jeden Mai an den Augenblick, der ihr vorkam wie das Aufwachen aus einem Alptraum. Jahrelang hatten Alarmsirenen und Luftschutzkeller zum Alltag gehört, Panik und Todesängste. Das war vorbei.Doch um die Blumenwiese herum lag ganz Deutschland, ganz Europa in Trümmern. Alliierte Soldaten bargen jüdische Überlebende aus den Lagern. 


Millionen deutscher Familien wussten nicht, ob ihre Väter, Söhne und Brüder zurückkehren würden, Bretterzäune hingen voll mit Suchmeldungen des Roten Kreuzes. In den Straßen sah man Kriegsversehrte und Flüchtlinge, Kinder hatten Unterricht in Behelfsbaracken. Aber die Bomber dröhnten nicht mehr durch die Nacht, und in Europa endete die Menschenjagd der Nationalsozialisten, endete ihre gezielte Sabotage jeglicher Menschlichkeit.

"Kriegsende" ist ein tröstliches Wort.

Der Krieg ist also an sein Ende gekommen, fast als sei er eine Art Jahreszeit gewesen. Wie ein Naturereignis beschreibt unsere Sprache ja auch seinen Anfang: "Der Krieg bricht aus", heißt es. So verkleidet Sprache, was alle besser wissen: Kein Krieg bricht aus wie ein Vulkan, ein Fieber oder ein Virus. 


Menschen hatten den Krieg verantwortet, und die Kapitulation des "Dritten Reichs" war Voraussetzung für den Aufbruch in eine Neuordnung unter den Leitsternen Demokratie und  Menschenrecht.  
Der 8. Mai 1945 war der Beginn eines Aufbruchs, noch zaghaft und entbehrungsreich. Der Weg war weit. Erschütterung durch Schuld und Traumata lässt sich nicht fortschaffen wie Trümmer aus Stein und in den meisten deutschen Familien schwelten Scham, Angst und Verdrängung. 


Inzwischen sind, vor und nach dem Fall des Eisernen Vorhangs, eingegrenztere Kriege auf den furchtbaren Zweiten Weltkrieg gefolgt, in Korea, Algerien, Vietnam und Kambodscha, in Jugoslawien - und heute in Syrien, in der Ukraine, in Libyen, im Yemen.


Doch die Weltgemeinschaft lernt. Allem Populismus zum Trotz existieren mehr Demokratien als je zuvor, und auf die Charta der Menschenrechte der Vereinten Nationen berufen sich Milliarden Menschen, wenngleich die Charta, gemessen an der Geschichte der Gattung, noch unglaublich jung ist.  


Die Generation, die die ersten schweren Schritte zum europäischen Wiederaufbau gegangen ist, hat den Krieg noch in jungen Jahren erlebt. Angst vor Tod und Verfolgung, Zerstörung und Hunger, der Verlust von oft weit entfernt und einsam verstorbenen Angehörigen - das waren die Erfahrungen einer ganzen Generation. Diese Menschen wissen, was Krieg, aber auch was Frieden und Freiheit bedeuten und wie Zusammenhalt durch Zeiten voller Not führt.


Gerade in diesem Gedenkjahr zum 75. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges, im Zeichen der Corona-Pandemie, sollten wir bei ihnen sein, zuhören und Aufmerksamkeit schenken, so gut es bei den notwendigen Beschränkungen geht. 
Die Menschheit kann sich selbst der ärgste Feind sein, wie in der von Deutschland initiierten Barbarei zwischen 1933 und 1945. Die Menschheit kann aber auch zur Freundschaft mit sich selber finden, sich mit sich selber anfreunden. Vielleicht gibt auch und gerade die Corona-Pandemie uns dazu jetzt eine Riesenchance.
  

 

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